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Akita-Sensei in Lorch

Das erste Training war für den Abend um 19.30 Uhr angesetzt. Da ich alle möglichen Abkürzungen am stuttgarter Feierabendstau vorbei genommen hatte, war ich bereits um kurz vor 18.oo Uhr da. Da um diese Zeit glücklicherweise schon die Helfer vom lorcher Karatedojo da waren, konnte ich vor dem bescheidenen Wetter in das Foyer der Halle ausweichen.
Nach und nach trafen die Lehrgangsteilnehmer ein, und pünktlich um 19.30 Uhr begann Akita-Sensei mit seinem Training. Das heißt, dass er jeden einzelnen immer wieder dazu ermunterte, locker zu lassen, damit aus dieser Lockerheit heraus schnelle, exakte Techniken entstehen können. Dafür gab er immer wieder Tipps, wie man sich anhand von Kleinigkeiten einfach selbst kontrollieren kann. „Shoulders down.“ war dabei ein öfter gehörter Satz. Jeder Tsuki, Empi und Uraken bzw. Mae-Geri und Yoko-Geri sollte so locker und entspannt als möglich ausgeführt werden. Sehr viel Wert wurde dabei auf einen möglichst korrekten Hüfteinsatz gelegt.
Jede Technik kommt sozusagen direkt ohne unnötige Ausgleichsbewegungen aus dem Bauch heraus. Was so einfach klingt erfordert eine unheimlich genaue Ausführung, weswegen man schon mit den „einfachen“ Grundlagen mehr als genug zu tun hat, wenigstens, wenn man diese Bewegungen in Ihren Komplexizität korrekt ausführen möchte. Auf diesen Kleinigkeiten baute später das Kumite- und auch das Kata-Training auf. Es kann ganz schön schwierig werden, wenn man einen Tsuki auf sechs verschiedene Weisen blocken bzw. kontern soll. Allerdings erklärte Akita Sensei jede Block-Konterbewegung so ausführlich, dass wir diese dann auch unter erschwerten Bedingungen, mit wechselnden Partnern, ausführen konnten. Dabei waren wir angehälten, auch korrekt anzugreifen. Abstand, Timing und Exaktheit der Techniken waren sowohl vom Angreifer als auch vom Abwehrenden gefordert.
Am Samstag kamen noch Steffie, Erika und Günter dazu.
Wir hatten dann die Gelegenheit, die Übungen vom Freitagabend noch einmal unter Berücksichtigung der Erläuterungen vom Vorabend auszuführen. Da sich die Zahl der Teilnehmer noch einmal deutlich vergrößert hatte, war besonders das Kumite-Training um einiges anspruchsvoller, da man mit viel mehr unterschiedlichen Partnern übte. Das heißt, jedes Mal wurde ganz anders angegriffen, so dass man entsprechend unterschiedlich blocken und kontern musste. Ein Block, der beim einen Trainingspartner gerade eben noch locker ausgeraicht hat, war beim nächsten viel zu schwach. Ein Konter, der gerade eben noch bequem im Ziel war, wäre beim nächsten Partner viel zu lang gewesen oder hätte diesen im anderen Falle überhaupt nicht mehr erreicht. Dazu musste man immer die richtige Arm-Bein-Koordination im Hinterkopf behalten. So trainierten wir unter erschwerten Bedingungen nicht nur unsere Körper, sondern auch das Gedächtnis.
Indem wir später gegenseitig unsere Körperhaltung, bzw. -spannung kontrollierten konnten wir auch erkennen, welche Fehler ganz allgemein immer wieder gemacht werden, so dass jeder einzelne sehen könnte, auf welche Details man zu achten hat, damit man sich verbessern kann.
Beim Kata-Training übten wir die fünf Heian-Katas sowie die Kata Hangetsu. Akita-Sensei bat uns, dass wir uns zuerst eine Schnur vorstellen sollten, an der wir aufgehängt wären. Um den Schwerpunkt dann korrekt abzusenken, sollten wir die Schnur „kappen“ und uns ganz einfach fallen lassen. Mit diesem einfachen Bild kann man ganz einfach zu einem besseren Stand finden. Dieses Gefühl sollten wir dann auch in andere Stände mitnehmen. Anhand der Kata Heian-Shodan, die wir dazu eiinmal im Hangetsu-Dachi und dann wieder wie gewohnt im Zenkutsu-Dachi machten, konnten wir diesen Unterschied dann recht deutlich selbst merken.

Vielen Dank an Akita-Sensei für sein Training, und an das Karate-Dojo in Lorch für einen gelungenen und richtig gut ausgerichteten Lehrgang und an Esther Koenig von der TSG Stuttgart für das Foto.

Oss Matze

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